[Anleitung] Bremstrommel von Radnabe pressen und neue Radlager verbauen

  • Hier soll die Anleitung für das Wechseln der Bremstrommel entstehen, inkl Radlagerwechsel.

    Erstmal wird es eher eine Fotodokumentation werden. Das Ausformulieren wird wohl erst in 2 Wochen werden.

    Bremstrommel nach WHB abnehmen, indem das Radlager gelöst wird.
    Radmuttern aufschrauben bis bündig mit Stehbolzen. Durch Hammerschläge rundrum die Radnabe aus der Trommel schlagen

    Anschließend die Radbolzen wieder komplett in die Nabe pressen, da sie im vorherigen Schritt auch leicht aus ihr gepresst werden. Hier sieht man dass es nicht mehr bündig ist.
    WErkzeug: Großer Schraubstock und 21er Zündkerzennuss

    Neue Radlager verbauen:

    Alte Dichtung entfernen:


    Äußere Lagersitz austreiben mit 39mm Druckstück:

    Inneren Lagersitz austreiben, Obacht: es gibt nur eine sehr schmale Kante auf die man hämmern kann:

    neuen äußeren Lagersitz einpressen/treiben mit 45mm Druckstück:

    Neuen Inneren Lagersitz einpressen/treiben mit 59mm Druckstück

    Inneren Lagersitz fetten, anschließend neue Dichtung mit Druckstück 69mm oder größer (75mm ideal) einpressen/treiben:


    Radlager erstmal fertig, weiter gehts mit der Trommel:


    Druckstücke, U-Scheiben oder was auch immer nehmen und mit den Radmuttern verkehrt herum anfädeln, damit wird der Bund der Radmuttern nicht beschädigt:


    Nun überkreuz anziehen, bis die Verzahnung der Stehbolzen aus der trommel ragt.


    Zack fertig! Neue Bremstrommel und Radlager 8o

  • Great post, thank you!

    As I don't have many tools for the press yet, I ground down the diameter of the old bearing races and used them to press the new ones in.

    Toller Beitrag, danke!

    Da ich noch nicht viele Werkzeuge zum Einpressen habe, habe ich den Durchmesser der alten Laufringe abgeschliffen und die neuen damit eingepresst.

    Mit freundlichen Grüße,

    Brian

  • Ich hab grade eine Radnabe hier liegen und die originalen Chrysler Lager von damals sind:

    „großes“ Lager / Innen:

    Lager: TIMKEN ® L68149 CANADA ZA

    Lagersitz: KOYO USA HI-CAP L68111 C-X

    „kleines“ Lager / Außen:

    Lager: TIMKEN ® LM12749F CANADA VL

    oder TIMKEN ® LM12749F CANADA ZA

    Lagersitz: KOYO USA HI-CAP LM12711 B-X

    Ich heiße nicht Wolfram, das ist nur mein Nickname.

    "Bestandener TÜV beim ersten Versuch bringt Unglück"

  • Coole Anleitung,

    vor allem weil die Maße der Druckstücke dabei sind, echt großartig und Dankeschööön!

    Eines habe ich anders gemacht, weil ich was gegen Hammerschläge an der Mechanik habe:

    Radmuttern aufschrauben bis bündig mit Stehbolzen. Durch Hammerschläge rundrum die Radnabe aus der Trommel schlagen

    Da ich Inhaber eines fetten Schraustockes bin, habe ich die Bremstrommel auf der einen Seite des Schraubstocks mit einem 2cm Stahl gehalten, und auf der anderen Seite jeweils zwei Schrauben (incl Muttern wie auch oben beschrieben) an die andere Backe des Schraubstocks angelegt. Es war schon erstaunlich viel Druck nötig, bis es "knack" machte. Dabei lösten sich immer nur die gedrückten Schrauben. Also drei mal gedrückt.

    Und für das große innere Lager suche ich noch nach einer anderen Möglichkeit, als den Aussenring mit nem Bolzen aus der Nabe zu schlagen. Wenn ich da eine Idee habe, schreibe ich das hier. Das wird dauern, weil ich erst mal wie oben beschrieben vorgehen werde, mangels Zeit.


    Nochmal dankeschön, zumal im deutschen WHB dazu nichts steht.


    der blechfreak

  • The problem with the Aussenring is clearance from the inside - maybe something like a disc cut in half and keyed or screwed into a mandrel that fits through the hub? Or two or three pieces that can be manoeuvred into place and pressed on.

    Also, the instructions for torquing the hub back in seem to result in a loose hub after a few weeks/months… Wolfram what was your method?


    Google…sorry…too early to be bothered with German : [
    Das Problem mit dem Außenring ist der Abstand zur Innenseite – vielleicht könnte man eine Scheibe halbieren und sie mit einer Passfeder oder einem Gewinde in einen durch die Nabe passenden Dorn einsetzen? Oder zwei oder drei Teile, die man an die richtige Stelle manövrieren und aufpressen kann.

    Außerdem scheint die Anleitung zum Anziehen der Nabe mit dem richtigen Drehmoment nach einigen Wochen/Monaten zu einer lockeren Nabe zu führen… Wolfram, wie bist du vorgegangen?

  • Und für das große innere Lager suche ich noch nach einer anderen Möglichkeit, als den Aussenring mit nem Bolzen aus der Nabe zu schlagen.

    Ich mache das mit einem Austreibdorn der noch nicht augelutscht ist und schön "scharfe" kanten hat. Ggfs erwärmen und dann rundherum am Lagersitz entlang wandern. Dann kommt das eigentlich schon Stück für Stück raus.


    Hier einmal der Abschnitt zum hinteren Radlager aus dem 1994er deutschen Werkstatthandbuch.
    Wie man das Lager bzw. den Lagersitz tauscht steht da nicht drin.


    Das Einstellverfahren des Lagers ist laut Chrysler wie folgt:

    1. alles zusammenbauen und Trommel bzw. Nabe auf Achse aufstecken

    2. Achsmutter mit 27-34 nM festziehen. Während des Festziehens die Trommel drehen.

    3. Achsmutter 1/4 Umdrehung lösen.

    4. Achsmutter mit der Nuss fingerfest ziehen.

    5. Sicherungskrone und Splint installieren.

    6. Radmuttern mit 129 nM festziehen.

    Außerdem scheint die Anleitung zum Anziehen der Nabe mit dem richtigen Drehmoment nach einigen Wochen/Monaten zu einer lockeren Nabe zu führen… Wolfram, wie bist du vorgegangen?

    Das kann ich bestätigen. Deswegen mache ich es etwas anders. Hat bis jetzt gut funktioniert:

    1. Felgendeckel / Nabenkappe der Felge entfernen. Komplettes Rad mit 129 nM und allen Radmuttern auf der Trommel und Nabe verschrauben.

    2. Rad/Bremstrommel Einheit vorsichtig auf den Achszapfen setzen.

    2. Achsmutter mit 27-34 nM festziehen. Während des Festziehens das Rad drehen.

    3. Achsmutter 1/4 Umdrehung lösen.

    4. Achsmutter mit der Nuss fingerfest ziehen.

    5. Rad oben und unten Anfassen und wackeln um damit das (eventuell vorhandene) Lagerspiel zu prüfen.

    6. Mit der Ratsche die Achsmutter nur so viel fester ziehen dass so grade eben kein Lagerspiel mehr fühlbar ist.

    7. Radmuttern lösen und Rad von Trommel abnehmen

    8. Sicherungskrone und Splint einsetzen. Fettkappe aufsetzen.

    9. Rad drauf und mit 129nM festziehen.

    10. Felgendeckel drauf

    11. Nach ein paar hundert Kilometern aufbocken und wie in Schritt 5 das Lagerspiel prüfen, ggfs. nachziehen.

    Ich heiße nicht Wolfram, das ist nur mein Nickname.

    "Bestandener TÜV beim ersten Versuch bringt Unglück"

  • Noch ein Hinweis dazu, wenn die alten Radlagerringe mit einem Dornen etc heraus geschlagen werden.

    Das funktionierte bei mir ziemlich gut. Dazu habe ich aber bei jedem Ring den Dornen vorne neu flach geflext.

    Rein gedrückt habe ich die Ringe wie oben von Brian beschrieben mit den alten Lagerringen, die ich auf der Aussenfläche dazu abgeschliffen habe. Das dauerte ne Weile bis so viel runter war, das sie auch wieder von alleine raus fallen, nachdem der neue Lagerring drin ist.


    ABER:

    Dadurch bekam die Auflagefläche der Lagerringe, also die Fläche auf der die Lagerringe letzten Endes aufliegen sollen, die bekommen Macken. Gerade wenn der Lagerring schon etwas heraus gekommen ist, gibts mehr Macken.

    Diese Macken führen dazu, daß die Lagerringe minimal schief drin sind. Das ist am Radlauf nicht messbar, aber man hört es wenn man das Rad dreht, und die Bremsbacken nicht rundrum gleichmäßig frei sind. Es gibt dann eine Stelle beim Drehen, wo die Bremsbacken leicht schleifen.

    Die Macken fühlt man mit dem Finger in der Nabe, ich fühlte sie am besten mit dem Fingernagel. Man sieht das aber auch beim genauen hin sehen.

    Beim ersten Lager habe ich die mit dem Dornen zurück geschlagen. Das hat nicht völlig sauber geklappt, wie ich hinterher beim Rad drehen merkte.

    Ich fand fürś Einpressen auch wichtig, das die Aussenfläche der Ringe sauber rein rutscht. In der Radnabe waren da auch Macken die sogar derber waren, deren Erhöhung ich genauso weg schliff, per Drehmel.

    Beim zweiten Lager nahm ich den Drehmel (Proxxon). Dabei ist es gar nicht so wichtig, das ich nicht zu viel weg nehme, denn das waren ja nur einzelne punktuelle Stellen. Der Rest der Auflagefläche ist entscheidend fürś saubere aufliegen. Die Macken entstehen ja nur an der Kante. Dieses zweite Rad dreht jetzt richtig schön sauber, neue Bremsbacken und -Trommel, das kleine Schleifgeräusch ist bei einer ganzen Umdrehung absolut gleich. So soll es sein.

    Wenn ich ein paar km gefahren bis, dreht es ehe frei.


    Beim Einpressen der Ringe mit dem dicken Schraubstock verwendete ich eine Verlängerung (60cm) am Knebel, und als sie ganz drin zu seien schienen, habe ich mit dem 2,5kg Hammer noch 3x leicht gegen die vordere Backe des Schraubstocken gehauen. Neue Radlager mit bis zu 34Nm anzuziehen, das kriege ich nicht übers Herz...


    der blechfreak